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Am 26. Mai 2021 hat TeleBasel die SIM um ein kurzes Statement über die funktionsorientierte Begutachtung, die im Rahmen der RELY-Studie des Unispitals Basel eingesetzt wurde, gebeten.

«Die Zertifizierungskurse für Gutachterinnen und Gutachter durch die SIM basieren weitgehend auf den von den Fachgesellschaften zur Verfügung gestellten Empfehlungen und Leitlinien. Die SGPP (Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie) hat in den Leitlinien 2016 (bspw. abrufbar unter www.psychiatrie.ch) auf die Bedeutung der funktionsorientierten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hingewiesen, in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Hierbei nehmen die Leitlinien Bezug auf das sogenannte «Mini-ICF-APP» (Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen) von Linden et al. 2015, das auf dem ICF der WHO (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) beruht. Dieses Modell war Grundlage für die «Rely-Studie». Der «funktionsorientierte» Ansatz wird seitdem in den Modulen der Gutachterausbildung der SIM gelehrt. Es wird somit bislang in keiner Weise in der Lehre der SIM auf eine funktionsorientierte Begutachtung verzichtet. Im Rahmen einer geplanten Neuauflage der SGPP werden die aktuellen, wissenschaftlich basierten Grundlagen evaluiert und dann ggf. neu zur Verfügung stehende Instrumente auf deren wissenschaftliche Evidenz und Anwendbarkeit hin ergebnisoffen geprüft werden.»

Dr. med. Gerhard Ebner
SIM Präsident